Rubrik Energie & Netze

ENGIE Deutschland übernimmt für 25 Jahre die Nahwärmeversorgung in Sandhausen

Wärmewende im kommunalen Maßstab

03.08.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 170

Startschuss für die Wärmewende in Sandhausen: Niklas Wiegand, Geschäftsführer der ENGIE Deutschland GmbH (l.), und Hakan Günes, Bürgermeister von Sandhausen, unterzeichnen den Vertrag über die Nahwärmeversorgung mit einer Laufzeit von 25 Jahren. (Bild: ENGIE)

ENGIE Deutschland und die Gemeinde Sandhausen setzen eines der ersten Projekte im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung in der Region um. Im Zuge eines Energieliefer-Contractings übernimmt ENGIE Deutschland zum 1. August 2026 die Nahwärmeversorgung für das Schulzentrum, den Kindergarten Wirbelwind sowie für die Quartiere „Große Mühllach I+II“. Der Vertrag läuft über 25 Jahre (2026–2051) und umfasst Betrieb und Optimierung sowie die schrittweise Dekarbonisierung des bestehenden Wärmenetzes mit rund 300 Hausübergabestationen und mit einem jährlichen Wärmebedarf von etwa 6.000 Megawattstunden. Hakan Günes, Bürgermeister der Gemeinde Sandhausen, sagt: „Gemeinsam mit ENGIE Deutschland gehen wir mit dem Projekt die Wärmewende vor Ort konkret an und setzen auf Planbarkeit, Verlässlichkeit und einen klaren Fahrplan für die kommenden Jahrzehnte. Für unsere Bürgerinnen und Bürger bedeutet das eine sichere, zunehmend klimafreundliche Wärmeversorgung.“

Dekarbonisierungspfad mit klaren Etappen

Kern des zukunftsweisenden Projekts ist der stufenweise Umbau der Wärmeerzeugung: Zum Versorgungsstart 2026 wird das Netz zunächst über Gas betrieben. 2027 verantwortet ENGIE Deutschland den Bau eines neuen Gas-Brennwertkessels und die Erstellung eines Transformationsplans nach BEW-Modul 1. Bis 2030 errichten die Experten und Expertinnen eine Pelletkesselanlage, die dann rund 80 Prozent der Wärmeerzeugung übernimmt. Ergänzt wird der Mix durch den Gasbrennwertkessel zur Spitzenlast- und Redundanzabdeckung sowie durch ein Blockheizkraftwerk für den Betriebsstrom. Ab 2040 plant das Team der ENGIE Deutschland die Umstellung der gasabhängigen Erzeuger auf Biomethan; die Wärmeversorgung erreicht damit einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energien. Der Effekt der Maßnahmen von ENGIE Deutschland auf die Emissionen ist erheblich: Die CO₂-Emissionen sinken von rund 1.068 Tonnen im Jahr 2026 auf etwa 310 Tonnen im Jahr 2030, ein Rückgang um rund 71 Prozent. Zum Ende der Vertragslaufzeit 2051 gehen die Wärmeerzeugungsanlagen in das Eigentum der Gemeinde Sandhausen über.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

ENGIE Deutschland verbindet Wärmekompetenz und Kundenbetreuung

Niklas Wiegand, Geschäftsführer der ENGIE Deutschland GmbH, betont: „In Sandhausen zeigen wir, wie kommunale Wärmeplanung in die Praxis kommt. Bei ENGIE Deutschland bringen wir neben der Technik insbesondere die Finanzierungs- und Fördererfahrung mit, um ein bestehendes Netz Schritt für Schritt auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Als verlässlicher Partner der Kommunen treiben wir die Wärmewende dort voran, wo sie ankommt: nämlich vor Ort, bei den Menschen.“ In Sandhausen übernimmt ENGIE Deutschland die Betreuung der angeschlossenen Haushalte, wobei das Expertenteam der nahegelegenen Niederlassung Ludwigshafen eine zügige und kompetente Umsetzung sichert. Die Endkundinnen und Endkunden erhalten Zugang zum ENGIE-Kundenportal mit transparenten Verbrauchs- und Preisinformationen. Über die Vertragslaufzeit werden zudem alle Hausübergabestationen turnusmäßig erneuert, gewartet und ausgestattet mit geeichten, fernauslesbaren Wärmemengenzählern. Das Projekt von ENGIE Deutschland und der Gemeinde Sandhausen soll über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) sowohl über Modul 1 (Transformationsplan) als auch über Modul 2 (Systemische Förderung) unterstützt werden und kann Vorbild für weitere Gemeinden und Städte deutschlandweit sein. ENGIE Deutschland zählt zu den erfahrenen Partnern für die kommunale Wärmewende: Der Spezialist für Technik, Energie und Service betreibt bundesweit rund 100 eigene Wärmenetze und begleitet Kommunen wie Tettnang, wo derzeit ein Nahwärmenetz aus 100 Prozent erneuerbarer Energie entsteht, auf ihrem Weg zur klimafreundlichen Wärmeversorgung.

Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen
Wie vier Kommunen in Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral werden wollen

2040 ist das Zieljahr. Bis dahin müssen Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg klimaneutral sein. Manche Kommunen im Südwesten möchten dieses Zie[...]

27.07.2026, Lesezeit ca. 8 Minuten

energie
Die Marktabdeckung wächst weiter und die Preise bleiben stabil

Die Preistransparenzplattform Fernwärme von AGFW, BDEW und VKU hat sich als zentrales Informationsangebot für den Fernwärmemarkt etabliert. Das zeigt der aktuel[...]

24.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Transparenzplattform deckt inzwischen mehr als die Hälfte des deutschen Fernwärmemarktes ab

Die Fernwärme ist eine preisstabile und verlässliche Heizenergie. Das zeigt der aktuelle Halbjahresbericht der Preistransparenzplattform Fernwärme zum Stichtag [...]

24.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Wärmewende im Quartier
Wärmewende im Quartier

Wie eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftliche Wärmeversorgung in der Praxis gelingt, zeigt der Lagarde Campus in Bamberg. Auf der Konversionsfläche entste[...]

23.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Energiesicherheit in der Kommune auf dem Prüfstand
Energiesicherheit in der Kommune auf dem Prüfstand

Der Anschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 war ein Weckruf für Berlin und andere Städte neue Vorsorge- und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Berlin reagiert mi[...]

15.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

energie
Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück
Praxisforum Tiefengeothermie on Tour: zu Gast bei der Forschungsbohrung Köln-Dellbrück

Bevor sich die Tiefengeothermie-Branche im Oktober im bayerischen Pullach trifft, hat das Praxisforum Tiefengeothermie bereits im Sommer eine Begegnung in NRW e[...]

13.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Der „Zuordnungs-Monitor“ hilft Energielieferanten den 24-Stunden-Lieferantenwechsel ohne Frust zu bewältigen

Seit der Einführung des 24-Stunden-Lieferantenwechsels haben sich die Bedingungen in der Versorgungswirtschaft radikal verändert. Früher hatte man Tage, um fehl[...]

10.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Neue Studie zum Heizungsgesetz: Die Bio-Treppe führt ins Nichts
Neue Studie zum Heizungsgesetz: Die Bio-Treppe führt ins Nichts

Eine neue Studie des Fraunhofer IFAM im Auftrag des Umweltinstitut München und von GasWende dokumentiert, dass die im neuen Heizungsgesetz vorgesehene Nutzung v[...]

09.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Resilienz stärken: Projekte für Extreme von Dürre bis Hochwasser
Resilienz stärken: Projekte für Extreme von Dürre bis Hochwasser

Nach einer Frühjahrsdürre in 2025 ist bislang auch das Wasserwirtschaftsjahr 2026 viel zu trocken. Dem gegenüber stehen Starkregenereignisse und allen voran das[...]

07.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

energie
27 Prozent weniger Energieverbrauch: Stadt Wolfsburg optimiert Wärmemanagement in Schulen
27 Prozent weniger Energieverbrauch: Stadt Wolfsburg optimiert Wärmemanagement in Schulen

Stadt Wolfsburg setzt auf intelligente Thermostate, um Energieverbrauch in Schulen zu senken Bonus: hydraulischer Abgleich digital und ohne weiteren Aufwand durchgeführt

03.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik