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​​IFAT Munich 2026: Umwelttechnologien werden zur globalen Schlüsselindustrie

19.05.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 418

​​IFAT Munich 2026: Umwelttechnologien werden zur globalen Schlüsselindustrie

Viele Menschen stehen in einer großen Messehalle und passieren elektronische ZutrittskontrollenIn maximaler Qualität herunterladen Rund 142.000 Besucher kamen nach München. Die nächste IFAT Munich findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 statt. (Bild: Messe München GmbH)

In ihrem 60. Jubiläumsjahr – seit 1966 ist die IFAT Munich der globale Treffpunkt der Umwelttechnologiebranche – verzeichnet die Weltleitmesse neue Spitzenwerte: Rund 3.400 Aussteller und etwa 142.000 Besucher besuchten die Messe vom 4. bis 7. Mai 2026. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen präsentierten auf 300.000 Quadratmetern innovative Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity – und damit Antworten auf einige der drängendsten globalen Herausforderungen.

Seit 60 Jahren steht die IFAT Munich für Innovation und Inspiration. Nie zuvor in den vergangenen sechs Jahrzehnten war die strategische Relevanz von Umwelttechnologien so deutlich wie heute. Sie bieten in Zeiten von fragilen Lieferketten und geopolitischen Spannungen Lösungen für mehr Resilienz und Souveränität.

Stefan Rummel, CEO der Messe München, bilanziert: „Die Rekordbeteiligung auf der IFAT Munich 2026 zeigt deutlich: Kreislauf- und Wasserwirtschaft hat Systemrelevanz und ist die nächste globale Schlüsselindustrie. Umso wichtiger ist die IFAT Munich als Plattform. Sie ermöglicht den entscheidenden Wissenstransfer und verschafft der Branche die nötige Sichtbarkeit, um gemeinsam mit der Politik in den Dialog zu kommen und die richtigen Weichen zu stellen.“

Plattform für Austausch zwischen Industrie und Politik

Neben deutschen Staatsministern und internationalen Ministerdelegationen machte sich 2026 die EU-Kommissarin für Umwelt, Resiliente Wasserversorgung und Wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, Jessika Roswall, ein Bild von den zukunftsweisenden Lösungen für Wasser, Recycling und Zirkularität. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte auf der Messe, dass Umwelttechnologien Kernvoraussetzungen für Souveränität, Sicherheit und Wohlstand seien. „Die IFAT ist die zentrale Plattform für dieses wichtige Thema. Hier können sich Unternehmen, Politik, Kommunen und Verbände vernetzen und koordinieren.“

Dr. Johannes F. Kirchhoff, Vorsitzender des Fachbeirats der IFAT Munich, ergänzte, dass die Transformation zur zirkulären und ressourceneffizienten Wirtschaft Voraussetzung für Stabilität, Rohstoffresilienz, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ist. „Die IFAT Munich 2026 hat mit ihren Lösungen und Technologien eindrucksvoll gezeigt, wie sich dieser Wandel in der Praxis gestalten lässt – lösungsorientiert, sektorenübergreifend und global vernetzt.“

Studie zur Circular Economy belegt ökonomisches Potential

Das große wirtschaftliche Potential der Circular Economy belegt eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Die von der IFAT Munich unterstützte Studie wurde auf der Weltleitmesse vorgestellt. Demnach kann sich die zirkuläre Bruttowertschöpfung in Deutschland von heute 60 Milliarden Euro auf bis zu 125 Milliarden Euro im Jahr 2045 mehr als verdoppeln – und das innerhalb bestehender Industrie- und Wertschöpfungsstrukturen. Die zusätzliche Wertschöpfung kann sich kumuliert bis 2045 auf bis zu 880 Milliarden Euro summieren. Recycling und Wiederverwendung könnten bis zum Jahr 2045 zwischen 20 und 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzen.

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Geschlossene Stoffkreisläufe für mehr Ressourcensicherheit

Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft prägte die IFAT Munich 2026 maßgeblich. Im Fokus standen effiziente Ressourcennutzung, geschlossene Stoffkreisläufe und reduzierte Abhängigkeit von Primärrohstoffen. „Die IFAT zeigt, dass wir in Deutschland in der Lage sind, eine weltführende Position in der Kreislaufwirtschaft nicht nur zu verteidigen, sondern sogar auszubauen“, sagt Remondis-Vorstand Thomas Conzendorf. „Denn die Ausstellerzahlen liegen mittlerweile höher als vor Corona. Wir arbeiten also in einer echten Zukunftsbranche. Das sollte uns allen Mut machen, zuversichtlich und positiv in die Zukunft zu schauen.“

Resiliente Wasserinfrastrukturen bekommen Priorität

Auch die Resilienz von Leitungen und Wassersystemen gehört zu den großen Herausforderungen der Zeit. Zum einen braucht es effektiven Schutz vor gezielten Eingriffen in die Infrastruktur, etwa durch physische Sabotage oder Cyberangriffe, aber auch resiliente Lösungen mit Blick auf Starkregen, Überschwemmungen, extremer Hitze und Wassermangel. „Die IFAT Munich 2026 hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll sie als Weltleitmesse für den Austausch und die Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen ist“, sagt Rainer Köhler, Vorstand Technologie Huber SE. „Die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Abfall- und Recyclingbranche spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Kreislaufwirtschaft und Klimaresilienz nachhaltig zu stärken. Wasser, Energie, Umwelt und Klima gehören zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit – und genau hier setzt die IFAT wichtige Impulse.“

Sechs Jahrzehnte Innovation, Austausch und Wachstum

Der internationale Anteil von über 50 Prozent bei Ausstellern und Besuchern ist trotz der aktuellen Energiekrise und geopolitischen Konflikte ungebrochen hoch. Zu den Top-3-Ausstellernationen 2026 gehörten nach Deutschland Italien, China und Niederlande. „Im 60. Jubiläumsjahr zeigt sich nicht nur eindrucksvoll, wie stark die IFAT Munich international verankert ist, sondern sie verzeichnet Spitzenwerte und Effizienzgewinne für Besucher und Aussteller bei gekürzter Laufzeit“, sagt Exhibition Director Philipp Eisenmann. „Umwelttechnologien sind, entgegen dem Trend in vielen anderen Branchen, ein relevanter Wachstumsmarkt – und die IFAT Munich ist seit sechs Jahrzehnten die zentrale Plattform dafür.“

Die nächste IFAT Munich findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 in München statt.

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