Wenn Sie einwilligen, verwenden wir Dienste, die Informationen im Endgerät eines Seitenbesuchers speichern oder dort abrufen. Anschließend verarbeiten wir die Informationen intern weiter, ohne diese an Drittanbieter weiter zu geben. Das hilft uns, unsere Website optimal zu gestalten und die Besucher besser zu verstehen.
Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 3 - Mai / Juni 2026 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Bundesverband Solarwirtschaft fordert Überarbeitung des Gesetzesentwurfs zum Erneuerbare-Energien-Gesetz / Nicht einmal jeder zehnte Bundesbürger unterstützt die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geplanten Einschnitte bei der Solarförderung
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) appelliert an die Mitglieder der Bundesregierung, den Gesetzesentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium zur Novelle des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) in der vorgelegten Form nicht zuzustimmen. Die geplanten Einschnitte bei der Solarförderung würden andernfalls den Ausbau der Solarenergie in Deutschland ausbremsen und zehntausende Jobs gefährden. Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung lehnt die geplanten Einschnitte von Bundeswirtschaftsministerin Reiche ab.
Eine Ende März durchgeführte YouGov-Repräsentativbefragung im Auftrag des Verbandes unter 2.248 Wahlberechtigten zeigt, dass nicht einmal jeder zehnte Bundesbürger (9%) die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gutheißt, die Solarförderung zu kürzen.
„Die geplante Energierechtsnovelle fesselt Deutschland an teure fossile Versorgungsstrukturen und Energieimporte – in einer Zeit, in der uns diese immer teurer zu stehen kommen. Sie erschweren massiv und millionenfach Privathaushalten und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu preiswertem und klimafreundlichem Solarstrom vom eigenen Dach. Unzähligen heimischen Unternehmen und Handwerksbetrieben wird damit die Kundschaft und Geschäftsgrundlage entzogen“, warnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Er setzt darauf, dass die Gesetzesentwürfe in den nächsten Wochen vom Bundeskabinett und Bundestag nachgebessert werden.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Hintergrund zur EEG-Novelle
Der vorliegende EEG-Entwurf sieht unter anderem vor, Betreibern für ab 2027 neu errichtete Solarstromanlagen auf Dächern von Eigenheimen, Mietwohngebäuden und Kleingewerbe mit einer Leistung von bis zu 25 Kilowatt Leistung keine Vergütung mehr für den ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom zu gewähren. Diesen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Solarstrom sollen selbst Betreiber von Solardächern auf Eigenheimen nach dem Willen der Ministerin künftig an der Strombörse direktvermarkten müssen.
„Bleiben Nachbesserungen an der Gesetzesnovelle aus, gehen Betreiber neuer Hausdach-Solarstromanlagen künftig leer aus. Sie dürften absehbar nicht einmal den Marktwert für ihren eingespeisten Solarstrom erhalten. Dass Netzbetreiber in den nächsten Jahren bundesweit die technischen und massengeschäftstauglichen organisatorischen Voraussetzungen für eine Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen schaffen, ist nicht zu erwarten“, zeigt sich Körnig überzeugt.
Nach dem bislang gültigen EEG erhalten neue Solarstrom-Erzeuger als Teileinspeiser zu Zeiten positiver Börsenstrompreise für jede eingespeiste Kilowattstunde noch eine garantierte Vergütung in Höhe von 6,7 bis 7,8 Cent je Kilowattstunde über eine Laufzeit von 20 Jahren. Liegt der durchschnittliche Jahresmarktwert des Solarstroms niedriger, wird die Differenz aus dem Klimafonds des Bundeshaushalts beglichen.
Sollten die Vorhaben des Wirtschaftsressorts umgesetzt werden, so dürfte die Nachfrage nach Solarstromanlagen stark einbrechen. Darauf deuten gleichermaßen Berechnungen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme, YouGov-Umfragen unter über 1.000 privaten Immobilienbesitzer:innen und wiederholte Branchenbefragungen des Verbandes hin.
Der Bundesverband Solar wird weitere Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge zu den Gesetzesentwürfen im Rahmen der Verbändeanhörung einbringen.
Advertising
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!
Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Schulneubau: Landkreis Würzburg setzt auf Erdwärmekollektor
Für den Neubau der Drei-Linden-Schule kommen flächeneffiziente Kollektoren der GeoCollect GmbH zum Einsatz. Diese versorgen das Gebäude umwelt- und klimafreundl[...]
Die Energiewende vor Ort scheitert selten am Willen der Verantwortlichen - sondern an fehlenden Netzkapazitäten, fehlendem Geld und komplizierten Verfahren. Zu [...]
Wärmeplanung darf Wärmenetze im ländlichen Raum nicht ausbremsen
Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB), betont: „Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Hebel für den Aufbau einer klimaneutralen Wär[...]
Felslabor für Geothermie im Odenwald: Nächster Schritt für GeoLaB
Die Tromm-Region im Odenwald erfüllt die geologischen Voraussetzungen für ein Untertage-Forschungslabor zur Geothermie. Das zeigen die Ergebnisse einer intensiv[...]
Windenergie: 10.000 Megawatt für Baden-Württemberg und Bayern
Windparks in Süddeutschland haben bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur derzeit das Nachsehen. Zuschläge für die Vergütung bekommen in der Regel nur nor[...]
Windenergie im kommunalen Wald: erweiterte Spielräume für Haushalt und Klimaschutz
Knappe Kassen und ambitionierte Klimaziele stellen Kommunen vor eine doppelte Herausforderung. Windprojekte auf kommunalen Waldflächen können dazu beitragen, be[...]
Am Donnerstag berät der Bundestag über den Gasausstieg in deutschen Kommunen. Stadtwerke und Gasnetzbetreiber sollen einem Gesetzesentwurf zufolge ab sofort pla[...]
Bundesverband Solarwirtschaft fordert Überarbeitung des Gesetzesentwurfs zum Erneuerbare-Energien-Gesetz / Nicht einmal jeder zehnte Bundesbürger unterstützt di[...]
Modul 1: Energiekosten senken durch intelligente Heizungssteuerung in kommunalen Gebäuden
Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) bietet am 5. Mai 2026 von 16:30 bis 17:45 Uhr eine kostenfreie Online-Schulung für Ko[...]
Leitfaden für die Praxis: Wärmeversorgungskonzepte mit oberflächennaher Geothermie in urbanen Bestandsquartieren
Ein neuer Praxis-Leitfaden der Stiftung Umweltenergierecht und ihrer Projektpartner zeigt, wie Wärmeversorgungskonzepte mit oberflächennaher Geothermie in urban[...]