Rubrik Energie & Netze

Bad Berleburg: Vorbild für die Energiewende im ländlichen Raum

18.05.2026 – Lesezeit ca. 2 Minuten 129

Bad Berleburg: Vorbild für die Energiewende im ländlichen Raum

© Stadt Bad Berleburg

Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Bad Berleburg als Energie-Kommune des Monats Mai 2026 aus. Damit wird das konsequente Engagement der südwestfälischen Kommune für eine wirtschaftlich fundierte, klimafreundliche und bürger*innennahe Energieversorgung gewürdigt.

Der Luftkurort im Rothaargebirge zählt mit rund 18.500 Einwohner*innen zu den größten Flächenkommunen in Nordrhein-Westfalen. Rund 90 Prozent des Stadtgebiets bestehen aus Wald- und landwirtschaftlichen Flächen – ein Potenzial, das Bad Berleburg gezielt für die Energiewende nutzt. Die Stadt verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Bis 2035 soll Treibhausgasneutralität erreicht werden.

Bereits acht Windenergieanlagen prägen das Stadtgebiet, ein interkommunaler Windpark mit der Nachbarstadt Hallenberg ist in Planung. Insgesamt entstehen rund 60 Anlagen. Dabei handelt es sich aktuell um das bundesweit größte Projekt zum Ausbau Erneuerbarer Energien. Zudem setzt die Stadt eine eigene Photovoltaik-Strategie um: Sechs Anlagen auf kommunalen Gebäuden sind bereits in Betrieb, zehn weitere geplant.

Für die Wärmeversorgung setzt Bad Berleburg unter anderem auf ein Biomasse-Heizkraftwerk, das zentrale Einrichtungen mit erneuerbarer Wärme versorgt. Die kommunale Wärmeplanung ist abgeschlossen, Potenziale für Geothermie, Solarthermie und Biomasse sind identifiziert. Der Aufbau von Wärmenetzen wird geprüft, erste Projekte werden bereits durch lokale Initiativen umgesetzt. Perspektivisch soll mit überschüssigem Windstrom auch grüner Wasserstoff erzeugt werden.

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Die Stadt versteht sich dabei als aktive Gestalterin der Energiewende. Bürgermeister Volker Sonneborn betont: „Wir wollen unseren Weg zur Energiewende ganzheitlich denken – und das geht nur gemeinsam. Deshalb haben wir von Beginn an auf Bürgerbeteiligung gesetzt und möchten, dass die Menschen und Unternehmen vor Ort davon profitieren.“ Neben der Stadt engagieren sich auch private Investor*innen, Energiegenossenschaften und weitere Akteure. „Transparenz, klare Planungsgrundlagen und konkrete Vorteile für die Bevölkerung – etwa finanzielle Beteiligungen oder Zuschüsse – stärken die Akzeptanz, insbesondere beim Ausbau der Windenergie“, weiß Dr. Robert Brandt, AEE-Geschäftsführer.

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