Rubrik Landschaftspflege

Verbrenner-Aus in der Garten- und Landschaftspflege?

Von Andreas Ronge, Garten- und Landschaftsbau, Wuppertal – 25.02.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 336

Verbrenner-Aus in der Garten- und Landschaftspflege?

Sind wir in der privaten und kommunalen Garten- und Landschaftspflege an dem Punkt, an dem wir uns von benzinbetriebenen Pflegegeräten verabschieden und vollständig auf Akkugeräte setzen können?

In den vergangenen Jahren sind die Verkaufszahlen professioneller, akkubetriebener Pflegegeräte für Grünanlagen deutlich gestiegen. Maßgeblich dazu beigetragen haben das wachsende ökologische Bewusstsein von Betrieben und Kommunen sowie erhebliche Fortschritte in der Akku- und Ladetechnologie. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, die verschiedenen Facetten dieser Entwicklung näher zu betrachten.

Wer sich über die Vorteile akkubetriebener Pflegegeräte informiert, stößt schnell auf eine ganze Reihe überzeugender Argumente. Zu den zentralen Vorteilen zählen die potenziell günstigere CO₂-Bilanz im Betrieb aus ökologischer Sicht sowie der Verzicht auf die Lagerung und Handhabung von Kraftstoffen, bei denen beim Befüllen häufig Verluste entstehen. Darüber hinaus rücken gesundheitliche Aspekte in den Fokus, etwa die geringere Lärm- und Vibrationsbelastung. Insbesondere die bei benzinbetriebenen Maschinen auftretenden starken Vibrationen können bei häufiger Nutzung zu Durchblutungsstörungen sowie zu Knochen-, Gelenk- und Nervenschäden bis hin zu Taubheitsgefühlen führen. Akkubetriebene Pflegegeräte senken durch ihre deutlich geringere Vibrationsbelastung das Risiko solcher gesundheitlichen Beeinträchtigungen erheblich. Des Weiteren ist die Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Zu den zentralen Vorteilen zählen die aus ökologischer Sicht potenziell bessere CO₂-Bilanz sowie der Verzicht auf die Lagerung und Handhabung von Kraftstoffen, wodurch Befüllverluste vermieden werden. Berücksichtigt man jedoch den gesamten Lebenszyklus der Geräte, ergibt sich ein anderes Bild. Da Wartungs- und Betriebskosten bei bei akkubetriebenen Geräten deutlich geringer ausfallen, relativieren sich die höheren Anfangsinvestitionen und führen insgesamt zu einer ausgeglichenen Kostenbilanz.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Neben den höheren Anschaffungskosten gibt es einen weiteren zentralen nachteiligen Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Bei extremen Leistungsanforderungen und im Dauereinsatz sind akkubetriebene Geräte den Benzingeräten weiterhin unterlegen, da die Akkus bei hoher Beanspruchung einen hohen Stromverbrauch haben, sich schnell entladen und häufiger vom Nutzer gewechselt werden müssen.

Aufgrund der weiterhin eingeschränkten Leistungsfähigkeit von akkubetriebenen Geräten im Dauereinsatz hatte ich mich mit meinem Betrieb lange gegen deren Nutzung entschieden, sodass bislang keine Akkugeräte im Betrieb vorhanden waren. Anfang 2025 nahm die Firma Kress über den Verlag Kontakt zu uns auf und bot an, uns alle Grünanlagenpflegegeräte für eine Saison zum Testen zur Verfügung zu stellen. So erhielten wir die Möglichkeit, uns selbst von den Vorteilen der Geräte zu überzeugen.

Bereits nach kurzer Zeit fielen uns erste Vor- und Nachteile auf. Die Vorteile für uns lagen vor allem in der deutlich geringeren körperlichen und damit gesundheitlichen Belastung der Mitarbeiter. Dazu trugen ergonomisch gut gestaltete Geräte bei, die angenehm in der Hand liegen, sich leicht bedienen lassen und ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen. Besonders ich selbst, der durch langjährige Nutzung von Benzingeräten mit starken Vibrationen unter Durchblutungsstörungen im Handgelenk litt, profitierte deutlich von den zuvor erwähnten reduzierten Vibrationen der akkubetriebenen Geräte. Dadurch ließ sich nicht nur länger am Stück arbeiten, sondern die Schmerzen traten deutlich seltener auf und fielen geringer aus.

Nachteile traten vor allem auf, wenn die Maschinen über längere Zeit extremen Leistungsanforderungen ausgesetzt waren, z. B. beim Mähen von feuchtem, hohem Gras oder beim Wegblasen großer Mengen nassen Laubs. Solche Einsätze erforderten grundsätzlich die höchste Leistungsstufe einer Gartenpflegemaschine, wie eines Rasenmähers oder eines Laubgebläses, wodurch die Akkus in relativ kurzer Zeit entladen waren. Die zur Verfügung gestellten Akkus mussten über handelsübliche Ladegeräte aufgeladen werden, was auf den meisten Baustellen aufgrund fehlender Steckdosen problematisch war. Diese Erfahrungen führten dazu, dass wir parallel Benzingeräte mitgeführt haben, um im Notfall darauf zurückgreifen zu können. Besonders bei kalten Temperaturen gegen null Grad Celsius fiel auf, dass sich die Einsatzzeit der akkubetriebenen Maschinen spürbar verkürzte, sodass auch hier ein Mitführen der benzinbetriebenen Geräte erforderlich war.

Für uns als Betrieb lässt sich nach einer einjährigen Testphase der Akkumaschinen festhalten, dass man aufgrund der genannten Einschränkungen derzeit nur bedingt auf akkubetriebene Geräte zurückgreifen kann. Nichtsdestotrotz haben die von uns erlebten Vorteile zu einem Umdenken geführt. Besonders hervorzuheben sind die gesundheitlichen Aspekte, die uns einstimmig überzeugten. Wir haben uns daher entschieden, weiterhin Akkugeräte zu nutzen, insbesondere aufgrund der gesundheitlichen Vorteile und der langfristigen Kosteneffizienz. Gleichzeitig würden wir beim Ladekonzept auf eine für uns effizientere Lösung umsteigen – das tragbare Kraftwerk KAC877E CyberSystem der Firma Kress. Dieser große, tragbare Akku wird über Nacht vollständig aufgeladen und kann tagsüber innerhalb weniger Minuten die Akkus aller Pflegegeräte aufladen. Auf diese Weise lassen sich Akkugeräte künftig selbst bei hohen Leistungsanforderungen über längere Zeiträume zuverlässig einsetzen.

Sauber durchstarten mit Akkugeräten
Sauber durchstarten mit Akkugeräten

Bei der Garten- und Landschaftspflege bringt der Wechsel von Benzingeräten auf Akkugeräte viele Vorteile für Besitzer, Anwender und Umwelt. Die elektrischen Ge[...]

06.03.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

gruenpflege
Verbrenner-Aus in der Garten- und Landschaftspflege?
Verbrenner-Aus in der Garten- und Landschaftspflege?

Sind wir in der privaten und kommunalen Garten- und Landschaftspflege an dem Punkt, an dem wir uns von benzinbetriebenen Pflegegeräten verabschieden und vollstä[...]

25.02.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

gruenpflege
Effiziente Grünflächenpflege neu definiert
Effiziente Grünflächenpflege neu definiert

Für Kommunen, Greenkeeper und den GaLaBau

18.02.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

gruenpflege
STIHL auf der FORST live
STIHL auf der FORST live

Der Auftritt von STIHL auf der FORST live vom 27. bis 29. März steht ganz im Zeichen des hundertsten Geburtstags des Waiblinger Motorgeräteherstellers. Ein echt[...]

11.02.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

gruenpflege
Für professionelle Arbeiten in der Landschaftspflege
Für professionelle Arbeiten in der Landschaftspflege

Hohe Schnittleistung und breite Auswahl an Schneidwerkzeugen Optimale Balance und einfache Bedienung Robuste Konstruktion für zuverlässig lange Lebensdauer

05.02.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

gruenpflege
Frühjahrspflanzung 2026: Angespannte Lage am Gehölzmarkt erfordert frühzeitige Disposition
Frühjahrspflanzung 2026: Angespannte Lage am Gehölzmarkt erfordert frühzeitige Disposition

Angesichts der bevorstehenden Frühjahrssaison informiert der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. über die aktuelle Marktsituation. Eine anhaltende Knappheit b[...]

27.01.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

gruenpflege
Ein „Must-have“ für Fans!
Ein „Must-have“ für Fans!

STIHL steht seit 1926 für Ingenieurkunst und Technologieführerschaft im Forst – von der Entwicklung der ersten „Baumfällmaschine“, einer Zweimannsäge mit Benzin[...]

19.01.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

gruenpflege
Präzise und ergonomisch
Präzise und ergonomisch

Der GTA 40 ist der erste Gehölzschneider für professionelle Anwendungen im STIHL Sortiment. Er verbindet geringes Gewicht und kompakte Bauform mit hoher Schnitt[...]

11.12.2025, Lesezeit ca. 4 Minuten

gruenpflege
Jetzt ist die beste Pflanzzeit für Bäume und Gehölze
Jetzt ist die beste Pflanzzeit für Bäume und Gehölze

Herbstzeit ist Pflanzzeit: Pflanzungen bis Weihnachten möglich Von Mitte Oktober bis Ende April 2026 können Privatpersonen, Garten- und Landschaftsbauer sowie [...]

20.11.2025, Lesezeit ca. 2 Minuten

gruenpflege
Fachexkursion „Projektfläche Klimafitter Wald“ zeigt neue Techniken und Verfahren im Praxiseinsatz
Fachexkursion „Projektfläche Klimafitter Wald“ zeigt neue Techniken und Verfahren im Praxiseinsatz

Vom 9. bis 11. Oktober lud die Reil & Eichinger GmbH zur Fachexkursion „Projektfläche Klimafitter Wald“ ein. Auf einer rund vier Hektar großen Fläche präsentier[...]

04.11.2025, Lesezeit ca. 5 Minuten

gruenpflege

Weitere Artikel in dieser Rubrik