Rubrik Landschaftspflege

STIHL Garten-Barometer 2026

Der Garten im (Klima-)Wandel

20.05.2026 – Lesezeit ca. 6 Minuten 108

Der Garten im (Klima-)Wandel

29 % der für das STIHL Garten-Barometer 2026 befragten Gartenbesitzerinnen und -besitzer haben bereits Maßnahmen ergriffen, um den Garten an die Veränderungen durch den Klimawandel – insbesondere die zunehmende Trockenheit – anzupassen. (Bild: STIHL)

  • 43 % der deutschen Gartenbesitzer nehmen Veränderungen durch den Klimawandel in ihrem Garten wahr; sie beobachten vor allem eine zunehmende Trockenheit (80 %).
  • Mehr als die Hälfte (54 %) der deutschen Gartenbesitzer rechnet in der Zukunft mit Veränderungen durch den Klimawandel in ihrem Garten.
  • Knapp die Hälfte der Gartenbesitzer (48 %) hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Garten an diese Veränderungen anzupassen, oder plant dies.

Inwieweit macht sich der Klimawandel, zum Beispiel in Form von Extremwetter-Ereignissen, in deutschen Gärten bemerkbar? Dieser Frage geht das STIHL Garten-Barometer 2026 nach. Hierfür wurden im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.000 Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer zwischen 18 und 70 Jahren in Deutschland befragt. Dabei zeigt sich, dass 43 % der Befragten in ihrem Garten Veränderungen feststellen, die sie dem Klimawandel zuordnen. Weitere 10 % geben an, nicht zu wissen, ob Veränderungen in ihrem Garten damit zusammenhängen. Danach befragt, welche Abweichungen sie in den vergangenen zehn Jahren in ihren Gärten festgestellt haben, steht an erster Stelle die zunehmende Trockenheit (80 %), gefolgt von veränderten Wachstumsphasen bzw. Blühzeiten bei heimischen Pflanzen (46 %) und einer Zunahme bekannter Schädlinge wie Schnecken und Blattläuse (45 %).

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Bewässerung und Verschattung stehen bei Anpassungsmaßnahmen an erster Stelle

Maßnahmen gegen Effekte des Klimawandels haben bereits 29 % der Gartenbesitzerinnen und -besitzer ergriffen; weitere 19 % geben an, zukünftig aktiv werden zu wollen. Dabei gilt: Je jünger die Befragten sind, desto eher haben sie schon Maßnahmen ergriffen (39 % der 20- bis 29-Jährigen). Vor dem Hintergrund der vielfach festgestellten zunehmenden Trockenheit ist es gut nachvollziehbar, dass bei den Anpassungsmaßnahmen die Themen Bewässerung und Verschattung an erster Stelle stehen. Platz eins bei den umgesetzten Maßnahmen ist das Sammeln von Regenwasser – beispielsweise durch den Bau von Zisternen oder dem Aufstellen von Regentonnen –, um es in trockenen Phasen zum Gießen zu nutzen (75 %). 66 % der Befragten lassen ihren Rasen höher stehen, um ihn vor Austrocknung zu schützen, und 64 % haben Bäume oder Hecken als Schattenspender gepflanzt. Und um die Bodenfeuchtigkeit zu verbessern, mulchen 51 % ihren Rasen, lassen also das feingeschnittene Schnittgut auf der Rasenfläche liegen. Auch diejenigen, die bisher noch keine Maßnahmen ergriffen haben, planen an erster Stelle das Sammeln und Nutzen von Regenwasser zum Gießen (65 %), gefolgt vom Anpflanzen hitze- und trockenheitsverträglicher Pflanzen in ihrem Garten (61 %).

Mehrheit der Gartenbesitzer erwartet (weitere) Veränderungen

Auch für die Zukunft rechnet eine knappe Mehrheit der für das STIHL Garten-Barometer befragten Gartenbesitzerinnen und -besitzer mit Veränderungen durch den Klimawandel (54 %). Dies gilt insbesondere für diejenigen, die bereits heute Abweichungen feststellen (92 %). Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt außerdem: Insbesondere die Jüngeren zwischen 20 und 29 Jahren rechnen zu zwei Dritteln (68 %) mit sich ändernden klimatischen Bedingungen– bei den Befragten im Alter ab 60 Jahren sind es nur 52 %. Auch hinsichtlich der Wohnsituation gibt es unterschiedliche Erwartungen: Je urbaner der Wohnort, desto eher gehen die Befragten von Änderungen durch den Klimawandel in der Zukunft aus. So erwarten in Städten mit über 100.000 Einwohnern 62 % der Gartenbesitzerinnen und -besitzer Veränderungen in den kommenden Jahren; im ländlichen Raum (Gemeinden bis 5.000 Einwohner) sagen das nur 48 %.

Hohes Interesse an Tipps zum Schutz des eigenen Gartens

Das Wahrnehmen von Veränderungen im eigenen Garten durch den Klimawandel (43 %) führt vielfach zu einem zusätzlichen Informationsbedarf (82 %). Ganz oben auf der Liste stehen Tipps zur geeigneten Bepflanzung (50 %) sowie zur effizienten Bewässerung (43 %) und zur Unterstützung von Wildtieren im eigenen Garten (42 %). Allerdings gilt: Je länger die Befragten ihren Garten besitzen, desto weniger sind sie an Informationen interessiert. Während also 88 % derjenigen, die weniger als fünf Jahre einen eigenen Garten haben, Interesse an entsprechenden Tipps und Infos haben, sind es bei langjährigen Gartenbesitzern (>10 Jahre) „nur“ 77 %. Außerdem lässt sich erkennen, dass der Informationsbedarf bei denjenigen besonders hoch ist, die bereits Veränderungen in ihrem Garten festgestellt haben bzw. in Zukunft damit rechnen (93 %).

Gartennutzung verändert sich

Auch die persönliche Gartennutzung wird vielfach von den äußeren Umständen beeinflusst (57 %): So nimmt bei mehr als einem Drittel (36 %) derjenigen, die bereits Auswirkungen des Klimawandels im Garten festgestellt haben, die Arbeit im Garten zu; unter allen Befragten sagen das nur 21 %. Ein Drittel (33 %) von ihnen verbringt mehr Zeit im Garten als früher – unter allen Befragten sind es nur 22 % – und mehr als ein Viertel (27 %) von ihnen nutzt den eigenen Garten über einen längeren Zeitraum im Jahr. Von allen Befragten sagen das nur 19 %.

Schutz der heimischen Tierwelt ist Gartenbesitzern wichtig

Aber nicht nur die Gärten und ihre Besitzinnen und Besitzer sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, sondern auch die heimische Tierwelt. So registrieren 42 % derjenigen, die heute bereits Veränderungen durch den Klimawandel feststellen, eine abnehmende Vielfalt heimischer Pflanzen und Tiere (z. B. Vögel, Insekten) in ihrem Garten. 55 % der für das STIHL Garten-Barometer Befragten haben deshalb bereits Maßnahmen zum Schutz der heimischen Tierwelt ergriffen; weitere 12 % planen dies in Zukunft zu tun. Zu den am häufigsten umgesetzten Maßnahmen gehören die Schaffung von Wasserstellen für Vögel und Insekten (84 %), ein zurückhaltender Baum- und Heckenschnitt außerhalb der Brutzeiten (81 %) und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Insekten im eigenen Garten (79 %).


Einordnung der Ergebnisse und Tipps von Dr. Jörg Morhard, Universität Hohenheim

Vor dem Hintergrund sich ändernder klimatischer Verhältnisse steht nach Ansicht von Dr. Jörg Morhard vom Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim bereits heute der verantwortungsbewusste Umgang mit der Ressource Wasser im Vordergrund: „Über einen längeren Zeitraum ausbleibende Niederschläge sowie langanhaltende Regenperioden und Starkregenereignisse stellen Gartenbesitzer zunehmend vor Herausforderungen. Die Umfrage zum STIHL Garten-Barometer zeigt, dass Personen mit Garten bereits über umfangreiche Kenntnisse in Umweltfragen verfügen. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für sich ändernde klimatische Bedingungen mit dem Wunsch nach weiteren Informationen gepaart. Im Detail sticht für mich heraus, dass bereits mehr als 75 % der Befragten gesammeltes Regenwasser zur Bewässerung nutzen und ein großer Teil die Rasenpflege während Hitzeperioden bewusst anpasst.“ Gefragt nach seinen Tipps ergänzt Morhard, der selbst begeisterter Gartenbesitzer ist: „Neben der Wahl geeigneter Pflanzenarten und -sorten bedarf es eines angepassten Wassermanagements. Einrichtungen zum Auffangen und Speichern von Niederschlagswasser gehören dazu, genauso wie das wassersparende Bewässern. Sensorgesteuerte Bewässerungsanlagen, eingebunden in Smart Home Lösungen, können dabei eine bedarfsgerechte Bewässerung erleichtern. Grundsätzlich sollten Gartenbesitzer zukünftig aber auch mehr Wildnis wagen. Sie machen dadurch ihren Garten nicht nur fit für Klimaveränderungen, sondern leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.“

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