28.09.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 100
Der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) hat in enger Zusammenarbeit mit dem Biodiversitätsmanager der Stadt Osnabrück Martin Rudolph im Rahmen des Projekts „OSNATÜRLICH“ einen weiteren Schritt in Richtung naturschonender Grünflächenpflege unternommen. Mit dem Einsatz eines Balkenmähers und eines Bandrechens setzt der Eigenbetrieb der Stadt auf Mähtechniken, die die Belastung für Tiere und Pflanzen bei der Pflege von Grünflächen verringern sollen. Die Anschaffung steht damit ganz im Zeichen des Umwelt- und Insektenschutzes. Denn Ziel des Projekts ist es, die Situation für Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume im Stadtgebiet zu verbessern und zu fördern.
Balkenmäher arbeiten mit einem scherenartigen Schneidprinzip. Untersuchungen zeigen, dass diese Doppelmessermähwerke unter geeigneten Bedingungen deutlich weniger Insektenleben fordern als heute übliche Mähverfahren mit rotierenden Klingen. Besonders deutlich sind die Unterschiede gegenüber Mulch-Mähwerken, die den Pflanzenbestand mehrfach zerkleinern. Käfer, Heuschrecken und andere Kleintiere, die in einen Mulchmäher geraten, haben daher kaum eine Überlebenschance.
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Auch die Art und Weise der Mahd spielt für den Schutz von Tieren eine wichtige Rolle. Schnitthöhe, Mähzeitpunkt, Fahrgeschwindigkeit sowie die anschließende Behandlung des Schnittguts beeinflussen die Auswirkungen auf die Wiesenfauna. Der Einsatz eines Balkenmähers ist deshalb ein wichtiger Baustein, um die Pflege von Grünflächen naturverträglicher zu gestalten.
Darüber hinaus kann die Technik unter geeigneten Einsatzbedingungen einen geringeren Kraftstoffbedarf und eine geringere Belastung des Bodens ermöglichen. Mit der Kombination aus naturschonender Pflege und einem bewussten Umgang mit Ressourcen ist der Balkenmäher für den OSB ein wichtiges Werkzeug bei der Weiterentwicklung der Grünflächenpflege. Die Anschaffung steht damit ganz im Zeichen der Osnabrücker Biodiversitätsstrategie „OSNATÜRLICH“, die der städtische Fachbereich Klima, Natur und Umwelt gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück bis 2030 entwickelt. Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Die Einführung der Doppelmesser-Technik erfordert jedoch nicht nur neue Geräte, sondern auch besondere Fachkenntnisse und Umsicht bei deren Einsatz. Schnitthöhe, Fahrgeschwindigkeit und die Anpassung an unterschiedliche Flächen müssen sorgfältig gewählt werden. Auch Wartung und Einstellung der Technik spielen eine wichtige Rolle.
Armin Feiler, Leiter Stadtgrün beim OSB, betont die Bedeutung dieser Neuausrichtung: „Der aktive Schutz unserer Insekten und die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Flächen gehören zu den grundlegenden Anliegen der Grünpflege. Der Balkenmäher ist hierbei ein geeignetes Mittel, den Ansatz des Projekts „OSNATÜRLICH“ in unseren Arbeitsalltag zu übertragen und ein Zeichen für das Engagement der Stadt Osnabrück im Bereich des Artenschutzes und der naturverträglichen Flächennutzung zu setzen.
Die Stadt Osnabrück lädt alle Interessierten dazu ein, sich über das Projekt „OSNATÜRLICH – Für mehr Artenvielfalt“ zu informieren.[1]