Rubrik Wasser / Abwasser

Wuppertal im Zeichen starker Netzwerke und verlässlicher Infrastruktur

39. Mitgliederversammlung der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau

24.04.2026 – Lesezeit ca. 5 Minuten 158

39. Mitgliederversammlung der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau

In der Historischen Stadthalle in Wuppertal fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Gütegemeinschaft Kanalbau statt. (Bild : Güteschutz Kanalbau)

Am 17. April fand die 39. Mitgliederversammlung der RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau in der Historischen Stadthalle in Wuppertal statt. Nach dem traditionellen gesellschaftlichen Auftakt am Vorabend haben die Mitglieder das Forum zum ausgiebigen Netzwerken rund um die Gütesicherung Kanalbau genutzt. Zu den wichtigen Tagesordnungspunkten zählten die Erläuterungen zum Jahresabschluss 2025 und die Abstimmung zur Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie die Beratung und Genehmigung des Wirtschaftsplans 2027. Zudem standen Wahlen der Mitglieder des Vorstandes und des Güteausschusses auf dem Programm, das mit einem Festvortrag des Diplom-Meteorologen, TV-Moderators und Bestsellerautors Sven Plöger eröffnet wurde.

Die bergische Großstadt Wuppertal, die sich durch ihre einzigartige Topografie und die weltberühmte Schwebebahn auszeichnet, vereint industrielle Geschichte, kulturelle Vielfalt und grüne Landschaften entlang der Wupper. Gleichzeitig steht Wuppertal für den Wandel vom Industriestandort hin zu einer modernen, lebenswerten Stadt mit starkem kulturellem Profil.

Grundlegende Gemeinsamkeiten

Der Einsatz der Stadt Wuppertal für den Erhalt der Schwebebahn als technisches Kulturdenkmal und das Engagement der Gütegemeinschaft Kanalbau zur Sicherung der Qualität im Kanalbau erscheinen auf den ersten Blick kaum vergleichbar. Während die Schwebebahn als weithin sichtbares Wahrzeichen das Stadtbild prägt und identitätsstiftend wirkt, bleibt die Kanalinfrastruktur für die Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar.

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Bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch grundlegende Gemeinsamkeiten. Beide Ansätze verfolgen das Ziel, zentrale Bestandteile öffentlicher Infrastruktur langfristig zu erhalten und funktionsfähig zu halten. Sowohl die Schwebebahn als auch das Kanalnetz sind für das Funktionieren urbaner Räume unverzichtbar. In beiden Fällen besteht zudem ein Spannungsfeld zwischen Erhalt und Modernisierung. Historische Substanz bzw. bestehende Anlagen müssen bewahrt und gleichzeitig technische Anforderungen, Sicherheitsstandards und zukünftige Belastungen berücksichtigt werden. Dies erfordert kontinuierliche Anpassung, fundierte Planung und den Einsatz spezialisierter Fachkompetenz.

Verbindlicher Standard

Ein weiterer verbindender Aspekt ist die institutionalisierte Qualitätssicherung. Während der Denkmalschutz bei der Schwebebahn den Erhalt ihrer historischen und technischen Besonderheit sicherstellt, sorgt die RAL-Gütesicherung im Kanalbau für verbindliche Standards, geprüfte Fachkunde und eine nachhaltige Ausführungsqualität. Beide Beispiele verdeutlichen damit, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Infrastruktur – unabhängig von ihrer Sichtbarkeit – eine langfristige, qualitätsorientierte und gemeinwohlbezogene Aufgabe ist. Der wesentliche Unterschied liegt letztlich in der Wahrnehmung: Die Schwebebahn steht im öffentlichen Fokus als kulturelles Symbol, während der Kanalbau im Verborgenen wirkt, jedoch eine ebenso grundlegende Bedeutung für das Funktionieren der Gesellschaft besitzt. Vor diesem Hintergrund verleiht die Mitgliederversammlung jeder Stimme Gewicht. Gleichzeitig rückt sie die Kanalinfrastruktur stärker in den Fokus und ermöglicht eine aktive Mitgestaltung der Qualitätssicherung.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Die aktuellen Zahlen unterstreichen das: Sie machen deutlich, dass sich die Gütegemeinschaft Kanalbau als anerkannte und neutrale Organisation etabliert hat. Die Gütegemeinschaft Kanalbau setzt sich für intakte und langlebige Abwasserleitungen und -kanäle ein. „Vor diesem Hintergrund übernehmen die Mitglieder der Gütegemeinschaft Verantwortung für einen zentralen Bereich der Infrastruktur und tragen dazu bei, diesen zukunftssicher und widerstandsfähig zu machen“, sagt Dipl.-Ing. MBA Ulf Michel, Vorstandsvorsitzender der Gütegemeinschaft Kanalbau. Am 31.12.2025 zählte die Gütegemeinschaft Kanalbau 4.197 Mitglieder – hiervon 2.608 zur Mitgliedsgruppe 1 (ausführende Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Ingenieurbüros), 1.548 zur Mitgliedsgruppe 2 (öffentliche Auftraggeber und Ingenieurbüros) und 41 zur Gruppe 3 (Freunde und Förderer).

Unterstützung der Mitglieder im Fokus

Neben der Prüfung von Antragstellern und Gütezeicheninhabern auf Erfüllung der Anforderungen nach den Güte- und Prüfbestimmungen sowie der Verleihung des Gütezeichens zählt die Erarbeitung eines zwischen Auftraggebern, Ingenieurbüros und Auftragnehmern abgestimmten Anforderungsprofils zur Bewertung der Bietereignung zu den Aufgaben der Gütegemeinschaft Kanalbau. Darüber hinaus unterstützt die Gütegemeinschaft ihre Mitglieder in vielen branchenrelevanten Schlüsselthemen: Angefangen bei der Fort- und Weiterbildung und der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter über technische Belange bis hin zum Regelwerk. Das erfolgt in Form von Seminaren, digitalen Angeboten wie E-Learning oder entsprechenden Skripten und Broschüren mit Fachinformationen. Gleichzeitig sind Unternehmen verpflichtet, die Schulung ihres Fachpersonals in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Mitglieder der Gütegemeinschaft werden hier gezielt unterstützt. „Die Angebote und insbesondere die Seminare werden gerne und häufig genutzt; pro Jahr werden etwa 11.000 Mitarbeiter/-innen geschult“, erklärt der Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Kanalbau, Dr.-Ing. Marco Künster. „Entsprechende Angebote sind auf www.kanalbau.com unter dem Begriff AKADEMIE zusammengefasst. Darüber hinaus bauen wir sukzessive die digitalen Formate weiter aus.“

Engagement für Gütesicherung

Neben den Berichten der einzelnen Organe standen Wahlen der Mitglieder des Vorstandes sowie des Güteausschusses auf dem Programm. Für Dipl.-Ing. Jürgen Zinnecker, der nach seiner aktiven Tätigkeit im Güteausschuss seit 2014 nicht mehr antrat, stellte sich Dipl.-Ing. Matthias Reimann erfolgreich als Nachfolger zur Wahl. Darüber hinaus wurde Dipl.-Ing. (FH), MBA Ralf Spicker auf der Mitgliederversammlung zum neuen Obmann des Güteausschusses gewählt. Er übernimmt das Amt von Dipl.-Ing. Uwe Neuschäfer, der sich seit 2010 im Güteausschuss für Qualität im Kanal- und Leitungsbau stark gemacht hat und mit 145 Sitzungstagen zu einem wichtigen Verfechter der Gütesicherung Kanalbau zählt. Dementsprechend würdigt Geschäftsführer Dr. Künster das große Engagement des scheidenden Obmanns: „Uwe Neuschäfer ist ein kommunaler Infrastruktur- und Wasserwirtschaftsexperte, der über drei Jahrzehnte die Entwicklung der Kasseler Wasser- und Abwassersysteme geprägt hat und schließlich die Betriebsleitung von KASSELWASSER übernahm. Eine ebenso wichtige Rolle spielte er als Obmann des Güteausschusses.“ Die Mitglieder des Vorstandes, die sich zur Wiederwahl gestellt hatten, wurden mit großer Zustimmung in ihren Ämtern bestätigt.

Die 40. Mitgliederversammlung der Gütegemeinschaft Kanalbau findet am 16. April 2027 in Langenhagen/Hannover statt.

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