Rubrik Müll / Entsorgung / Recycling

Hessisches Umweltministerium fördert zukunftsweisendes Projekt mit 25,64 Millionen Euro

Startschuss für Klärschlamm-Monobehandlung am Darmstädter Müllheizkraftwerk

30.01.2026 – Lesezeit ca. 3 Minuten 177

Startschuss für Klärschlamm-Monobehandlung am Darmstädter Müllheizkraftwerk

V.l.n.r.: Geschäftsführung des ZAS - Dr. Julia Klinger / Landrat Klaus Peter Schellhaas (Verbandsvorsitzender des ZAS)/ Staatssekretär Michael Ruhl (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat)/ Stadtkämmerer der Wissenschaftsstadt Darmstadt André Schellenberg (Stellv. Verbandsvorsitzender des ZAS) (Bild: ZAS, Elias Hammer)

Mit der offiziellen Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 25,64 Millionen Euro durch Staatssekretär Michael Ruhl (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat) ist der Startschuss für eines der zentralen Infrastrukturprojekte der kommunalen Daseinsvorsorge in Südhessen gefallen: den Bau einer Klärschlamm-Monobehandlungsanlage (KSMB) am Müllheizkraftwerk (MHKW) Darmstadt.

Bis zum Jahr 2029 wird das bestehende Müllheizkraftwerk um die neue Anlage erweitert. Ziel ist es, kommunale Klärschlämme aus der Region künftig sicher, regional und zukunftsfähig zu entsorgen und gleichzeitig den strategisch wichtigen Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen. Hintergrund sind die novellierten Vorgaben der Klärschlamm-, Dünge- und Düngemittelverordnung, nach denen Klärschlämme nur noch stark eingeschränkt in der Landwirtschaft verwertet werden dürfen.

„Die Phosphorrückgewinnung ist ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft als zentraler Pfeiler unserer Volkswirtschaft“, betonte Staatssekretär Michael Ruhl bei der Übergabe des Förderbescheids. „Wir unterstützen hier ein Projekt, das ökologische Verantwortung und technologische Innovation verbindet.“

Träger des Projekts ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Südhessen (ZAS), der im Darmstädter Müllheizkraftwerk bereits den Restmüll seiner Mitglieder – darunter der Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Odenwaldkreis – sowie weiterer kommunaler Partner thermisch behandelt. Bereits 2020 hatte der ZAS eine vom Land Hessen geförderte Machbarkeitsstudie zur Klärschlammentsorgung mit Phosphorrückgewinnung erstellen lassen. Auf dieser Basis ist nun der Bau eines Drehrohrofens mit einer Kapazität von rund 60.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr geplant. Die ENTEGA AG, die für den ZAS die Betriebs- und Geschäftsführung innehat, ist ebenfalls mit der Projektleitung des Projekts zur Errichtung der KSMB betraut.

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„Angesichts der gesetzlichen Rahmenbedingungen ist es richtig und notwendig, eine zentrale, kommunale Lösung für Südhessen zu realisieren“, erklärt Landrat Klaus Peter Schellhaas, Verbandsvorsitzender des ZAS. „Unser Ziel ist eine regional verankerte, nachhaltige, langfristig sichere und kostengünstige Klärschlammverwertung – ohne Gewinnerzielungsabsicht.“

Stadtkämmerer André Schellenberg, stellvertretender Verbandsvorsitzender des ZAS, unterstreicht die Bedeutung des Projektes auch für die Bürgerinnen und Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt: „Mit der Förderung des Hessischen Umweltministeriums wird auch die nachhaltige und ökologisch hochwertige Verwertung des Klärschlamms der Darmstädter Anlagen zu einem phosphorhaltigen Düngemittel ermöglicht. Zudem erhält die Stadt auf diesem Wege langfristige Entsorgungssicherheit.

Insgesamt haben sich 27 Kommunen und Abwasserzweckverbände (mit ca. 550.000 Einwohnern) aus Südhessen sowie angrenzenden Regionen dem Projekt angeschlossen und entsprechende Beschlüsse gefasst und werden somit zur Vollauslastung der geplanten Anlage sorgen. Die jährlich anfallende Menge entspricht rund 6.000 Tonnen phosphorhaltiger Asche beziehungsweise etwa 1.000 Tonnen Phosphat. Damit könnte ein Teil des bislang nahezu vollständig importierten Phosphors wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Perspektivisch soll aus der Asche ein regionales Düngeprodukt entstehen.

Die Gesamtinvestitionen für Planung und Bau der Anlage belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme werden die Klärschlämme weiterhin über bestehende Entsorgungswege behandelt. Ab 2029 übernimmt der ZAS die Verantwortung für Betrieb und Entsorgung.

Mit der Klärschlamm-Monobehandlungsanlage leistet der ZAS einen entscheidenden Beitrag zur Ressourcensicherung, zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und zur Stärkung einer nachhaltigen, kommunalen Kreislaufwirtschaft in Südhessen.

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